Durch die Klippen von Ponta do Pargo zum Atlantik
Anreise mit dem Auto:
Von Funchal 56km, Fahrzeit cirka 1h15 - Schnellstrasse in Richtung Ribeira Brava - dann Bundesstrasse nach Calheta - Paul do Mar - Lombada dos Marinheiros - Amparo - nach Amparo und kurz vor Ponta do Pargo kommt man durch den kleinen Weiler Lombadinha (nicht beschildert). Dort ist auf der rechten Seite eine Kapelle (Parkmöglichkeit). Visavis dieser Kapelle führt ein Erdweg bergab ... das ist der Beginn der Wanderung

Heute ist ein sonniger Herbsttag, ideal um Ihnen ein romantisches Stück des "wilden Westens" von Madeira zu zeigen. Besonders am Nachmittag, wenn die Sonne in die steilen Klippenhänge fällt und die Farben ihr volles Spiel entfalten können, ist diese Wanderung ein unvergessliches Erlebnis.
Wir überqueren die Bundesstrasse EN101 bei der kleinen Kapelle in Lombadinha (WP1)(0h00), wo wir auch unseren Wagen geparkt haben und wandern einen ausgewaschenen Erdweg bergab. Nach 0h06 kommen wir an einem markanten Mauerrest (WP2) vorbei, der wohl einmal Teil einer Levada war. Dann kommt man auf eine freiere Fläche und sieht rechts entfernt den Miradouro (Aussichtspunkt) von Ponta do Pargo am Klippenrand auftauchen. Nach cirka 0h10 muss man aufpassen um nicht den unscheinbaren Wiesenweg (WP 3), welcher von diesem Erdweg im spitzen Winkel nach links abzweigt zu übersehen. Wir gehen diesen Wiesenweg zwischen einer Steinmauer und einem Weidezaum entlang und sehen nun zum ersten Mal in den unheimlich steilen Abbruch durch welchen der Steig uns führen wird, hinein. Man kann sich fast nicht vorstellen, dass ein Weg bis ans Meer hinunter in diesen Klippen Platz findet, aber lassen Sie sich davon nicht abschrecken, denn nach dem Weidezaun beginnt ein alter, teilweise sogar gepflasterter Steig, der uns in zick-zack Windungen durch den Hang tiefer führt und unproblematisch zu gehen ist. Wir kommen nach 0h15 an einer kleinen gefassten Quelle (WP4) vorbei und können hier unsere Feldflaschen füllen. In den Felsen wachsen Feigenkakteen, Natternkopf, Euphorbien und Äonium und der Duft erinnert uns an Wanderungen im dalmatinschen Archipel. Nach etwa 0h41 wird der Steig schlechter und man muss sich vorsichtig hinter einem Felsblock durch eine kurze Rinne (WP5) hinuntertasten. Dann geht es am engen Pfad durch einen Schilfgürtel hindurch der zuerst entlang einer Felswand führt. Hier ist der Steig durch Wasser und Steinschlag teilweise beschädigt ... also Vorsicht. Gleich danach werden wir aber für unsere Mühe entschädigt, denn nun wird der Weg wieder besser und führt entlang eines engen Hangrückens talwärts und zum ersten Mal sehen wir in die wilden Abbrüche der Küste südlich von uns. Ein gewaltiger Anblick. Über uns kreist ein Bussardpärchen und zwei Falken üben im Hangwind Kunstflug. Der Steig windet sich nun durch Fels und Tuffstein dem Meer zu und nach 0h58 kommen wir bei einer aus dem Tuffstein herausgehauenen Höhle vorbei die Schatten und Wetterschutz bietet. An einem wunderbar duftenden Feigenbaum vorbei erreichen wir nach 1h02 den Schotter-Strand und freuen uns auf ein Bad im Atlantik. (Laut Bericht eines Wanderers ist der Weg zum Strand abgebrochen aber mit Vorsicht begehbar) Badeschuhe erleichtern das "in See stechen" ungemein. Bei stärkerem Wellengang ist das Baden allerdings gefährlich und nicht empfehlenswert. Wer frische Lapas (Napfschnecken) "jagen" will findet hier ein ideales Betätigungfeld. Wir verbringen einen wunderschönen Sonnentag am Strand und steigen am späten Nachmittag den gleichen Weg wieder hinauf. Wenn man zügig geht schafft man den Aufstieg in 1h15. Die Steigung des Pfades ist über den grössten Teil sehr angenehm und nicht ermüdend. Wenn Sie nun mit einem Bärenhunger wieder bei Ihrem Auto angelangt sind empfehlen wir die paar Kilometer zum Leuchtturm (Farol) nach Ponta do Pargo zu fahren. Etwas oberhalb bei einem Aussichtspunkt (Miradouro) - hier können wir nochmals die Strecke überblicken, welche wir heute gewandert sind - gibt es ein nettes kleines Gasthaus "O Fio" in dem man gut essen kann.

Sonstige Tips:
* Teleskop-Stöcke empfehlenswert
* Bei stärkerem Seegang ist das ins und aus dem Meer gelangen gefährlich. Nehmen Sie auf jeden Fall auch Badeschuhe mit (Schotter- und Steinstrand).
* Lapas bereitet man zu, indem man Butter und zerdrückten Knoblauch mischt, die Napfschnecken mit der Schale nach unten in eine Pfanne legt, in jede Lapa ein wenig von diesem Butterabtrieb aufbringt und dann alles erhitzt, bis die Lapas in der geschmolzenen Butter kochen. Nach 10 Minuten vom Feuer nehmen, eine frische Zitronenhälfte darüber auspressen und mit Weissbrot und einem trockenen Weisswein (Planalto Reserva) servieren. Man isst Lapas gleich mit den Fingern und schlürft Sie aus der Schale - Wir wünschen guten Appetit !
* Es lohnt sich ein Besuch des Leuchtturms (Farol) von Ponta do Pargo. Die Laterne ist ein Gustostück alter Ingenieurskunst. Der Leuchtturmwärter ist sehr freundlich und führt einem auf Ersuchen durch den Turm. Ein Trinkgeld wird gerne angenommen.

Sicherheits-Hinweise:
* Trekkingschuhe mit gutem Profil sind für diese Wanderung wichtig. Gute Kondition und Trittsicherheit sind erforderlich.
* Ein Paar Teleskop-Stöcke erleichtern den Auf- und Abstieg und tragen zur Sicherheit wesentlich bei.
* Eine gefasste Quelle ist für die Trinkwasserversorgung vorhanden;
* Nach stärkeren Regenfällen ist die Wanderung wegen Steinschlag am Fusse der Felwand gefährlich und nicht empfehlenswert.

* Auch raten wir zur Erhöhung der Sicherheit im Falle einer Notsituation die Mitnahme eines Handy's mit gespeicherter Notrufnummer (TelNr.: 112 ohne Vorwahl)
(Der Empfang ist bei dieser Wanderung nicht überall gegeben).
* Hinterlassen Sie auch bei ihrer Hotel-Rezeption immer die geplante Wanderstrecke.

 

Die Westküste Madeiras
Home
Fotos
Grafik
Wohnen