Nach der etwas
komplizierten Anfahrt, welche Ihnen aber mit obiger Wegbeschreibung ohne Probleme
gelingen sollte, wird man vom Parkplatz aus neben dem Forsthaus der Boca
da Corrida mit einem traumhaften Blick in das Zentralmassiv und das Curral-Tal
belohnt.
Hier ist auch der erste Wegpunkt (WP1 0h00) und der Beginn unserer
heutigen Wanderung zu der uns zu begleiten wir Sie herzlich einladen.
Wir verlassen den Parkplatz auf einem gepflasterten Weg links neben einer
kleinen Kapelle. Kurz danach ist dieser Weg mit einer Kette abgesperrt und
wir nehmen den Steig, der rechts mit Stufen nach oben und an der Ostseite
eines Grates anfangs durch dichte Baumheide führt. Nach 0h20 (WP2)
erreichen wir einen Sattel mit schönem Blick nach Westen zum Paul
da Serra, und schauen wir in Richtung Norden, erblicken wir unser heutiges
Ziel, den Pico Grande, der leicht an seiner Felswarze, welche den Gipfel bildet
zu erkennen ist. Weiter führt der Steig nun westlich unter dem Grat entlang
und wir erreichen einen langgezogenen Sattel der reich mit Stechginster (lange
Hosen sind hier empfehlenswert) bewachsen ist. Dort nach 0h55 (WP3)
kommen wir an eine Wegkreuzung, die mit zwei orangefarbenen Tafeln
markiert ist. Hier müssen wir den Steig, der rechtwinkelig nach rechts
oben führt, wähelen (gerade würde es zum Encumeada-Pass
weitergehen). Kurz danach müssen wir ein Gatter passieren und nach einigen
Schritten gabelt sich der Weg und wir nehmen den linken Steig bergauf,
der in Richtung einzelstehender Kastanienbäume führt (der gerade
Weg führt hinunter nach Curral das Freiras). Dort sehen wir mehrere kleine
eingezäunte Schafkorräle. Achtung ! hier gehen sie zwischen
dem ersten und zweiten Korral eine kleine Felsstufe hoch und treffen auf einen
Steig mit einer orangefarbenen Tafel auf welcher die Worte Pico Grande eingeritzt
wurden. Nach einem kurzen Wegstück stehen wir am Fusse einer Felswand
mit dem Einstieg zum Pico Grande (1h01 WP4), erkenntlich an
einem in der Felswand befestigten Stahlseil, welches als Sicherung für
die folgende kurze Aufstiegspassage entlang einer Felsstufe dient. Hier kommt
man an einer Quelle vorbei und einige Meter bergwärts gibt es ein Rohrstück
bei dem man sehr praktisch seine Wasserflasche füllen kann. Wenn man
diese kurze Felsstufe durchstiegen hat steht man auf einer Felsplatte und
kann einen einmaligen Ausblick auf den durchwanderten Bergrücken und
das Curral-Tal geniessen. Weiter geht es nun flach weiter über ein Wiesenstück,
dann über Steinstufen hoch, wieder über ein Wiesenstück und
steigt nun (1h11 WP5) über in den Fels gehauene Stufen
hoch. Am Ende dieses Aufstiegs führt der Weg durch Ginstergruppen und
man erreicht ein Gatter, von dem der Steig nun flacher im zick-zack einen
steilen Hang erklimmt. Er ist nicht schwer zu erkennen und die kleinen Steinpyramiden,
die man immer wieder findet, erleichtern die Orientierung. Auch sieht man
hin und wieder auf Felsen gemalte rote Punkte, die den Weg kennzeichnen. Man
kommt zu einer Gruppe von Kastanienbäumen (1h16 WP6) die hier
einsam auf dem Hang stehen. Man lässt diese Baumgruppe links liegen und
findet einen gut erkenntlichen Steig, der in Richtung einer Rinne führt.
Steil über uns ist nun auch der Gipfel schön zu sehen. Nach 1h22
(WP7) gelangen wir zu einer Spitzkehre unseres Steigs und von hier
beginnt der Weg sich in Serpentinen den steilen Almhang zur Gipfelfelswand
hochzuwinden. Man langt nach 1h35 (WP8) am Fusse dieser Felswand,
bei der eine kleine Gruppe von Kastanienbäumen steht, an und geht nun
links unter der Wand weiter. Dieser Steig führt nun ebenfalls im zick-zack
auf den Sattel (WP9) südlich des Gipfelfelsens zu und man erreicht
ihn nach 1h45. Für den Gipfelsturm ist nun eine kurze und leichte
Kletterei notwendig. Man beginnt entlang einer nach rechts ansteigenden Rinne
aufzusteigen und gelangt kurz vor der Ostwand zu einer mit einem Drahtseil
gesicherten Aufstiegsmöglichkeit. Es lohnt sich wirklich diese letzte
Anstrengung zu wagen, denn wenn wir nach 1h52 am Gipfel des Pico Grande
(WP9) stehen und die heroische Berglandschaft um uns betrachten, wird
auch Ihnen so richtig das Herz aufgehen, und an diesen unvergesslichen Anblick
werden Sie sich wahrscheinlich ein Leben lang erinnern.
Über den Encumeadapass westlich von uns fliessen die Wolken aus dem Norden
wie ein riesiger Wasserfall und lösen sich auf der Südseite schnell
wieder auf, und blicken wir nach Osten auf das bizarre Zentralmassiv zwichen
dem Pico Areeiro und dem Pico Ruivo, tauchen unwillkürlich Erinnerungen
an Landschaften aus dem Roman "Herr der Ringe" auf.
Und wenn dann beim Heimweg, der uns über die gleiche Route zurückführt,
die späte Nachmittagssonne die West-Wände zum Leuchten bringt, geht
wieder ein besonderer Tag in Madeiras Bergen für uns zu Ende.
Sicherheits-Hinweise:
Wetterfeste Ausrüstung und wasserresistente Berg- oder Trekkingschuhe
mit gutem Profil sind für diese Wanderung wichtig. Gute Kondition und
Trittsicherheit sind erforderlich (speziell auf der Nordseite). Diese Wanderung
sollte nur bei sicherer Wetterlage unternommen werden.
Doppelte Teleskop-Stöcke erleichtern den Abstieg und tragen zur Sicherheit
wesentlich bei.
Es ist nur eine verlässliche Quelle für die Trinkwasserversorgung
vorhanden.
Auch empfehlen wir zur Erhöhung der Sicherheit im Falle einer Notsituation
die Mitnahme eines Handy's mit gespeicherter Notrufnummer (TelNr.: 112
ohne Vorwahl)
(Der Empfang ist fast überall zufriedenstellend).
Hinterlassen Sie auch bei ihrer Hotel-Rezeption immer die geplante Wanderstrecke.