Von der Boca da Corrida auf den Pico Grande
Anreise mit dem Auto:
Funchal-Schnellstrasse in Richtung Ribeira Brava-Abfahrt Câmara de Lobos-Bundesstrasse nach rechts Richtung Cabo Girão (Tageskilometerzähler auf Null stellen)-nach 3,5km rechts in den Ort Estreito de Câmara de Lobos abbiegen- im Ort links und die Strasse rechts neben der Bank BANIF hochfahren-bei 4.4km Gabelung links fahren-nach 5.2km Gabelung links in Richtung Jardim da Serra- bei 6.9km Kreuzung links bergab Richtung Corrida-bei 7.0km Weggabelung rechts hochfahren- immer bergauf-bei 10.3km erreicht man das Ende der Strasse, die Boca da Corrida (kleiner Parkplatz)- hier beginnt die Wanderung.

Nach der etwas komplizierten Anfahrt, welche Ihnen aber mit obiger Wegbeschreibung ohne Probleme gelingen sollte, wird man vom Parkplatz aus neben dem Forsthaus der Boca da Corrida mit einem traumhaften Blick in das Zentralmassiv und das Curral-Tal belohnt.
Hier ist auch der erste Wegpunkt (WP1 0h00) und der Beginn unserer heutigen Wanderung zu der uns zu begleiten wir Sie herzlich einladen.
Wir verlassen den Parkplatz auf einem gepflasterten Weg links neben einer kleinen Kapelle. Kurz danach ist dieser Weg mit einer Kette abgesperrt und wir nehmen den Steig, der rechts mit Stufen nach oben und an der Ostseite eines Grates anfangs durch dichte Baumheide führt. Nach 0h20 (WP2) erreichen wir einen Sattel mit schönem Blick nach Westen zum Paul da Serra, und schauen wir in Richtung Norden, erblicken wir unser heutiges Ziel, den Pico Grande, der leicht an seiner Felswarze, welche den Gipfel bildet zu erkennen ist. Weiter führt der Steig nun westlich unter dem Grat entlang und wir erreichen einen langgezogenen Sattel der reich mit Stechginster (lange Hosen sind hier empfehlenswert) bewachsen ist. Dort nach 0h55 (WP3) kommen wir an eine Wegkreuzung, die mit zwei orangefarbenen Tafeln markiert ist. Hier müssen wir den Steig, der rechtwinkelig nach rechts oben führt, wähelen (gerade würde es zum Encumeada-Pass weitergehen). Kurz danach müssen wir ein Gatter passieren und nach einigen Schritten gabelt sich der Weg und wir nehmen den linken Steig bergauf, der in Richtung einzelstehender Kastanienbäume führt (der gerade Weg führt hinunter nach Curral das Freiras). Dort sehen wir mehrere kleine eingezäunte Schafkorräle. Achtung ! hier gehen sie zwischen dem ersten und zweiten Korral eine kleine Felsstufe hoch und treffen auf einen Steig mit einer orangefarbenen Tafel auf welcher die Worte Pico Grande eingeritzt wurden. Nach einem kurzen Wegstück stehen wir am Fusse einer Felswand mit dem Einstieg zum Pico Grande (1h01 WP4), erkenntlich an einem in der Felswand befestigten Stahlseil, welches als Sicherung für die folgende kurze Aufstiegspassage entlang einer Felsstufe dient. Hier kommt man an einer Quelle vorbei und einige Meter bergwärts gibt es ein Rohrstück bei dem man sehr praktisch seine Wasserflasche füllen kann. Wenn man diese kurze Felsstufe durchstiegen hat steht man auf einer Felsplatte und kann einen einmaligen Ausblick auf den durchwanderten Bergrücken und das Curral-Tal geniessen. Weiter geht es nun flach weiter über ein Wiesenstück, dann über Steinstufen hoch, wieder über ein Wiesenstück und steigt nun (1h11 WP5) über in den Fels gehauene Stufen hoch. Am Ende dieses Aufstiegs führt der Weg durch Ginstergruppen und man erreicht ein Gatter, von dem der Steig nun flacher im zick-zack einen steilen Hang erklimmt. Er ist nicht schwer zu erkennen und die kleinen Steinpyramiden, die man immer wieder findet, erleichtern die Orientierung. Auch sieht man hin und wieder auf Felsen gemalte rote Punkte, die den Weg kennzeichnen. Man kommt zu einer Gruppe von Kastanienbäumen (1h16 WP6) die hier einsam auf dem Hang stehen. Man lässt diese Baumgruppe links liegen und findet einen gut erkenntlichen Steig, der in Richtung einer Rinne führt. Steil über uns ist nun auch der Gipfel schön zu sehen. Nach 1h22 (WP7) gelangen wir zu einer Spitzkehre unseres Steigs und von hier beginnt der Weg sich in Serpentinen den steilen Almhang zur Gipfelfelswand hochzuwinden. Man langt nach 1h35 (WP8) am Fusse dieser Felswand, bei der eine kleine Gruppe von Kastanienbäumen steht, an und geht nun links unter der Wand weiter. Dieser Steig führt nun ebenfalls im zick-zack auf den Sattel (WP9) südlich des Gipfelfelsens zu und man erreicht ihn nach 1h45. Für den Gipfelsturm ist nun eine kurze und leichte Kletterei notwendig. Man beginnt entlang einer nach rechts ansteigenden Rinne aufzusteigen und gelangt kurz vor der Ostwand zu einer mit einem Drahtseil gesicherten Aufstiegsmöglichkeit. Es lohnt sich wirklich diese letzte Anstrengung zu wagen, denn wenn wir nach 1h52 am Gipfel des Pico Grande (WP9) stehen und die heroische Berglandschaft um uns betrachten, wird auch Ihnen so richtig das Herz aufgehen, und an diesen unvergesslichen Anblick werden Sie sich wahrscheinlich ein Leben lang erinnern.
Über den Encumeadapass westlich von uns fliessen die Wolken aus dem Norden wie ein riesiger Wasserfall und lösen sich auf der Südseite schnell wieder auf, und blicken wir nach Osten auf das bizarre Zentralmassiv zwichen dem Pico Areeiro und dem Pico Ruivo, tauchen unwillkürlich Erinnerungen an Landschaften aus dem Roman "Herr der Ringe" auf.
Und wenn dann beim Heimweg, der uns über die gleiche Route zurückführt, die späte Nachmittagssonne die West-Wände zum Leuchten bringt, geht wieder ein besonderer Tag in Madeiras Bergen für uns zu Ende.

Sicherheits-Hinweise:
Wetterfeste Ausrüstung und wasserresistente Berg- oder Trekkingschuhe mit gutem Profil sind für diese Wanderung wichtig. Gute Kondition und Trittsicherheit sind erforderlich (speziell auf der Nordseite). Diese Wanderung sollte nur bei sicherer Wetterlage unternommen werden.
Doppelte Teleskop-Stöcke erleichtern den Abstieg und tragen zur Sicherheit wesentlich bei.
Es ist nur eine verlässliche Quelle für die Trinkwasserversorgung vorhanden.
Auch empfehlen wir zur Erhöhung der Sicherheit im Falle einer Notsituation die Mitnahme eines Handy's mit gespeicherter Notrufnummer (TelNr.: 112 ohne Vorwahl)
(Der Empfang ist fast überall zufriedenstellend).
Hinterlassen Sie auch bei ihrer Hotel-Rezeption immer die geplante Wanderstrecke.

Der Blick zum Pico Grande
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