Anreise
mit dem Auto:
Funchal- Schnellstrasse in Richtung Ribeira
Brava- Abfahrt Ribeira Brava - Ponta do Sol - Madalena do Mar - Calheta -
Jardim do Mar (Hauptplatz).
Fahrzeit cirka 50Minuten.
Achtung : Der Aufstieg von Jardim do Mar nach Prazeres ist zur Zeit etwas
verwachsen aber begehbar - Teleskopstöcke empfehlenswert!!!
Heute möchten
wir mit Ihnen zwei sehr alteVerbindungs-Steige im Südwesten der Insel
zeigen.
Sie waren seinerzeit die kürzeste Möglichkeit von dem ca. 600m über
dem Atlantik liegenden Ort Prazeres durch die steilen Felswände hinunter
zu den am Meer liegenden Orten Jardim do Mar und Paul do Mar zu gelangen.
Steht man in Jardim do Mar am Fusse dieser mächtigen Klippen, kann man
sich kaum vorstellen, dass man ohne klettern zu müssen diese Wände
überwinden kann.
Kommen Sie trotzdem mit uns; die Mühe lohnt sich wirklich.
Gleich bei der Einfahrt in das Dorf Jardim do Mar endet die Strasse am Hauptplatz
bei einem Kreisverkehr. Am nord-westlichen Teil des Platzes werden Sie einen
grossen grünen Vogelkäfig mit Sittichen und eine Telefonzelle
finden. Dort mündet eine schmale, typisch gepflasterte Gasse
(WP1 0h00) - der Beginn unserer Wanderung. Nach 0h02 teilt sich
diese Gasse. Wir gehen nach rechts weiter und folgen dem Wegweiser
Prazeres (nach links zeigt ein Wegweiser mit der Aufschrift Paul do Mar -
aus dieser Gasse werden wir später bei unserem Rückweg wieder auf
die Weggabelung stossen). Die niederen typischen Häuschen umgeben von
mit Steinmauern abgegrenzten Gärten, in denen Blumen blühen, das
Gemüse gedeiht und Anona-, Avocado- und Pitangabäume Schatten spenden,
ist ein reizendes optisches und olfaktisches Erlebnis. Die kleine Levada die
uns lustig am Wegrand entgegensprudelt vermittelt auch an heissen Tagen angenehme
Frische. Bald führen uns aus Naturstein angelegte Stufen durch die Vorgärten
mit kleinen Bananenplantagen und Feigenbäumen aus dem Ort heraus, und
der Weg wird zunehmend steiler. Die Stufen sind durch die am Rande herunterrauschende
Levada nass und auch rutschig - also Vorsicht. Nach 0h09 biegt der
vertikal den Hang hochgehende Weg durch eine Linkskurve in einen horizontalen
Abschnitt. Dort passieren wir eine kleine Quelle (WP2 0h12), die durch
einen Schlauch gespeist wird. Kurz danach erreichen wir einen hübschen
Aussichtspunkt mit einem Grillplatz und Steintisch, einem Fliessenbild welches
die Muttergottes mit dem Jesuskind darstellt und einem Wasserhahn. Von hier
bietet sich ein schöner Blick über den Ort und das Rauschen der
bei den Wellenreitern hier besonders beliebten Dünung des Atlantiks dringt
deutlich zu uns herauf. Danach beginnt der steile Teil unseres Aufstiegs.
Der Weg wird zum Steig und führt anfangs durch einen Schilfgürtel,
dann durch Gebüsch und Brombeergesträuch sehr steil hoch. Unregelmässig
in den Steig gelegte Steine erleichtern ein wenig den Aufstieg, doch ist Vorsicht
geboten, da immer wieder Rinnsale über diese Stufen ihren Weg ins Tal
suchen und die Trittflächen nass und rutschig sind. Zwei Teleskopstöcke
sind hier eine grosse Hilfe. Nach 0h21 erreichen wir WP3, wo
ein kurzes Geländer aus Baumheide den Wanderer vor einem Steil-Abbruch
sichert. Weiter geht es steil begauf im zick-zack durch dichtes Gestrüpp
und wir bedauern, dass die Gemeinde diesem traditionsreichen und für
den Wander-Tourismus so wichtigen Weg kaum ein Augenmerk schenkt. Wir erreichen
Steinstufen und einen Felsblock (WP4 0h36) und wieder sind wir vom Blick
auf den Ort und entlang der Küste überwältigt. Es umgeben uns
Wolfsmilchgewächse, Euphorbien und Feigenkakteen. Es duftet wie in einem
Kräutergarten nach Oregano und Minze. Nach etwa einer Viertelstunde (WP5
0h53) kann man den oberen Rand der Klippe mit einem Haus, welches
von einer kleinen Kiefergruppe umgeben ist, erkennen. Bei einem beeindruckenden
Aussichtspunkt (WP6 1h00) erreichen wir dieses Haus, neben dessen Eingangstüre
ein Fliessenbild mit der Aufschrift "A nossa casa Madeirense" zu
sehen ist. Wir wandern den hier beginnenden gepflasterten Weg bergauf. Erst
geht es durch ein kleines Kiefernwäldchen, dann entlang landwirtschaftlicher
Kleinterrassen bis zu einer Kreuzung (WP7 1h07) mit einer asphaltierten
Strasse, die schon zum Ortsrand von Prazeres gehört.
Nun gehen wir nach links und bleiben auf der horizontal zum Hang verlaufenden
Strasse, kommen an typischen madeirensischen Häusern vorbei und erreichen
die nächste Kreuzung (WP8 1h20).
Vis-a-vis sehen wir eine öffentliche Wasserleitung. Hier geht es nun
nach links weiter und nach kurzer Zeit passieren wir das Hotel Jardim do Atlantico
und stossen auf einen Wegweiser der nach links unten zeigt und mit
"Vereda Paul do Mar" beschriftet ist (WP9 1h25). Wir gelangen
zu einigen Bungalows und wählen rechts die erste Stiege die zwischen
zwei dieser Wohneinheiten nach unten führt und stossen auf einen Steig,
welcher der Anfang eines sehr eindrucksvollen steilen Abstiegs in ein enges
schroffes Tal hinunter nach Paul do Mar ist. Man erreicht nach 1h35 eine
Kieferngruppe (WP10), von wo aus sich der sehr gut ausgebaute Steig nun
im zick-zack durch die steile Ostwand des Taleinschnittes nach unten windet.
Nach 1h41 überqueren wir ein kleines Brücklein (WP11),
von dem aus wir tief unter uns die Kaimauer von Paul do Mar erkennen können.
Weiter geht es steil bergab und es bieten sich uns atemberaubende Szenarien
zu den Felswänden und zu einem Wasserfall. Nach 1h57 kurz bevor wir den
Ort Paul do Mar erreichen überqueren wir den Bach über eine alte
Steinbogenbrücke und bewundern nach 2h00 vom Kai (WP12) aus die
anrollende Brandung des Atlantiks und im Rückblick den wildromantischen
Verlauf des eben gewanderten Pfades.
Bei diesem Kai beginnt auch die letzte Etappe unserer heutigen Wanderung und
wir sollten uns vergewissern, dass nicht die Flut oder ein sehr hoher Seegang
an einigen Stellen den Strand unpassierbar macht. Wir wenden uns nach Osten
Richtung Jardim do Mar und müssen uns hier besonders auf die Bodenstruktur
konzentrieren, da man sehr bewusst jeweils den nächsten Schritt auf einen
grösseren vom Meer abgerundeten Steinblock setzen
muss. Die Technik hat man aber bald im Griff und es geht dann gut voran. Geniessen
wir das Spiel der Farben und Stimmungen in dieser fast senkrechte Felswand,
das Rauschen der über viele tausend Meilen anrollenden Wellen und lassen
wir dieses Stück noch weitgehend unberührter Natur auf uns wirken.
Es gibt auch einige kleine Stellen mit feinem schwarzen Sand, die den Zugang
ins Meer erleichtern. Aber Vorsicht, die Brandung kann sehr gefährlich
und heimtückisch sein. Sie sollten ein Bad nur bei sehr ruhigem Seegang
wagen. Wir erreichen nach 2h20 einen an der Felswand nach Jardim do
Mar führenden kleinen Steig (WP13) und 5 Minuten später
steigen wir eine Steintreppe in den Ort hinauf, wo wir nach 2h35 wieder
unseren Ausgangspunkt am Hauptplatz (WP1) von Jardim do Mar erreichen.
Sicherheits-Hinweise:
* Wetterfeste Ausrüstung und wasserresistente Berg- oder Trekkingschuhe
mit gutem Profil sind für diese Wanderung wichtig. Gute Kondition und
Trittsicherheit sind erforderlich.
* Doppelte Teleskop-Stöcke erleichtern den Auf- und Abstieg und tragen
zur Sicherheit wesentlich bei.
* Die Trinkwasserversorgung ist kein Problem.
* Auch empfehlen wir zur Erhöhung der Sicherheit im Falle einer Notsituation
die Mitnahme eines Handy's mit gespeicherter Notrufnummer (TelNr.: 112
ohne Vorwahl)
(Der Empfang ist fast überall zufriedenstellend).
* Hinterlassen Sie auch bei ihrer Hotel-Rezeption immer die geplante Wanderstrecke.
* Für die Etappe entlang des Strandes Erkundigung über die Gezeitensituation
einholen. Diese Information findet man täglich in der Zeitung "Diario
de Noticias" (die Rezeption in Ihrem Hotel ist Ihnen sicherlich gerne
behilflich).
Kulinarisches:
Wenn Sie gerne Fisch essen, können wir Ihnen das Restaurant "Tar
Mar" in Jardim do Mar empfehlen. Als Vorspeise vielleicht Napfschnecken
(lapas) in Knoblauchbutter und dann einen fangfrischen Fisch wie etwa Rotbarsch
(carneiro), Papageienfisch (bodião) oder Buntbarsch (garopa) sind sicher
eine gute Wahl. Als Begleitung eine Flasche Weisswein wie etwa Planalto Reserva
oder den grünen Wein (vinho verde) Quinta da Aveleda runden den wohlverdienten
Genuss kulinarisch ab. Guten Appetit!